Konzepte zur rationellen Verwendung
von Energie und Ressourcen

Nach Abschluss der Realschule im Jahre 1979 habe ich zunächst eine handwerkliche Ausbildung zum Universalfräser im Formenbau der Dynamit Nobel AG (heute Hüls AG) gemacht. Schwerpunkt war die Fertigung von Spritzgussformen und Extrusionsformen, beispielsweise zum Fertigen von Kunststofffensterprofilen. Nach Abschluss der Ausbildung und einem halben Jahr Gesellentätigkeit besuchte ich dann die Fachoberschule Technik, die ich 1983 erfolgreich mit dem Fachabitur abschloss. Danach nahm ich das Studium der Versorgungstechnik in Köln auf. Während der Zeit als Auszubildender, Schüler und Student habe ich mir weitere Fertigkeiten angeeignet, indem ich in Nebenjobs auf dem Bau im Bereich Sanitär, Heizung, Elektro gearbeitet habe sowie über drei Jahre eine kleine Hausdruckerei für eine Bildungseinrichtung betrieben und Instand gehalten habe.

 

Das Studium der Versorgungstechnik habe ich 1988 erfolgreich abgeschlossen. Das Thema der Diplomarbeit war „Die Erstellung eines Simulationsprogramms zur Dimensionierung und Optimierung von Wärmespeichern“.

Nach dem Studium leistete ich von 1988 - 1989 meinen Zivildienst bei dem Katalyse-Umweltinstitut in Köln. Hier war meine Aufgabe die Messung von Radioaktivität in Lebensmitteln nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl. Nachdem die Nachfrage nach Messungen sank, habe ich das Gamma-Spektrometer zur Messung von Radioaktivität in Baustoffen genutzt und ein Messverfahren zur indirekten Bestimmung von Radon in der Innenraumluft entwickelt und aufgebaut. Mit mehr als hundert Stichworten war ich einer der Hauptautoren für das Katalyse- und Umweltlexikon, welches auch heute im Internet als Online-Lexikon weiter betrieben wird.

 

Nach meinem Zivildienst begann ich 1989 eine Anstellung bei den Stadtwerken Krefeld AG (heute Städtische Werke Krefeld). Dort war ich zuständig für ein Forschungsvorhaben, bei dem es darum ging, einen Latent-Wärmespeicher als Nachtspeicher für die Fernwärme im Fernwärmenetz zu nutzen. Hierzu war seinerzeit eine Versuchsanlage mit einem Latentwärmespeicher von der Bauakademie der DDR aufgebaut worden. Mittels der DDC-Anlage wurden die Messdaten ausgewertet und die Anlage von mir optimiert. Die Untersuchungen wurden von dem BMFT im Rahmen des IEA-Projekt-Task V: „Full Scale Latent Heat Storage Installations“ (Internationale Energieagentur) unter dem Förderkennzeichen 0328895B gefördert. Weitere Aufgaben bei den SWK waren der Aufbau der Energieberatung für Privatkunden sowie die Energieberatung von ausgewählten Großkunden mit dem Schwerpunkt von Möglichkeiten zur Spitzenlastoptimierung und Energiemanagement. Hierzu wurden einige Messprogramme von mir betreut. Hinzu kamen die Beratung der Kommune hinsichtlich regenerativer Energien sowie die Erarbeitung eines 16 Punkteprogramms mit Maßnahmen zur Energieeffizienz im Versorgungsgebiet der SWK.

Während meines Anstellungsverhältnisses bei den Stadtwerken Krefeld AG habe ich in der Zeit von 1990 bis 1991 zusätzlich ein Fernstudium an der TU Berlin für Energie- und Umweltmanagement aufgenommen und erfolgreich abgeschlossen.

 

Im Frühjahr 1992 verließ ich dann die SWK und nahm zunächst Erziehungsurlaub und gründete das Ingenieurbüro EUKON. Im Rahmen der Elternzeit habe ich dann mit der Energieberatung bei der Verbraucherzentrale NRW als Honorarberater für die AGV begonnen. Diese Beratungstätigkeit habe ich über acht Jahre ausgeübt und zahlreiche Beratungsstellen, wie Moers, Düsseldorf und Mönchengladbach betreut. Mit Beginn der geförderten Energiesparberatung Vor-Ort gehörte ich dann auch zu einem der ersten Bafa-Berater und habe seit 1992 über 500 Energieberatungen im Rahmen der „Vor-Ort“-Beratung durchgeführt.

 

1995 habe ich dann im Auftrag der Städtischen Werke für drei Schulen in Krefeld Energiekonzepte erstellt. Hierbei habe ich unter Zuhilfenahme der damaligen Berechnungsgrundlagen und Rechenvorschriften die DIN EN 832, Hessischer Leitfaden zur Elektroenergie (LEE), u.a. Energieausweise für Nichtwohngebäude erstellt.

 

Aufgrund der Problematik, dass die von mir vorgeschlagenen Maßnahmen und Energiekonzepte häufig nicht umgesetzt wurden, da Handwerker und Planer meine Empfehlungen für nicht umsetzbar hielten, weil beispielsweise die Gas-Brennwerttechnik angeblich noch nicht ausgereift sei usw., habe ich mich dann entschlossen, nicht bei der Beratung und Konzeptionierung aufzuhören, sondern auch die Planung und Umsetzung bis zur Fertigstellung und Abnahme anzubieten.

Im Zuge dessen wurden von mir im Laufe der Jahre eine Reihe von Energiekonzepten erfolgreich realisiert. Ein Beispiel hierfür ist die Sanierung des Hallenbades Brüggen. Hier wurde von mir vorgeschlagen, dass Hallenbad über Solarabsorber-Wärmepumpe, BHKW und Gas-Brennwertkessel zu beheizen. Dieses Konzept wurde im Vorfeld von vielen als unsinnig abgetan. Da ich jedoch nachweisen konnte, dass diese Variante die größte Wirtschaftlichkeit mit sich bringt, wurde sie realisiert. Die hierfür erforderliche Hydraulik- und Regeltechnik wurde von mir konzipiert und gegen viele Widerstände seitens der Hersteller und Regelfirmen erfolgreich umgesetzt. Die Anlage wurde nach zwei Jahren im Rahmen einer Diplomarbeit nochmals vermessen. Auf diese Weise konnte die Richtigkeit meiner Planungsansätze sowie die prognostizierte Wirtschaftlichkeit nachgewiesen und bestätigt werden.

 

Seit 1999 bin ich regelmäßiger Teilnehmer der IG-Passivhaus in Darmstadt. Eines der ersten Nichtwohngebäude wurde von mir und meinem Büro bereits 1999 als Passivhaus geplant und realisiert. Hierbei handelt es sich um ein Ärztehaus in Waldbröl. Seitdem habe ich mit meinem Büro über 30 Passivhäuser begleitet und realisiert. Hierzu gehören beispielsweise auch das vom Land NRW prämierte Mehrfamilienhaus in Neuss sowie eine Passivhausschule in Kaarst. Derzeit in Arbeit sind zwei größere Passivhausprojekte (Bonn und Wuppertal), die vom Land NRW als Klimaschutzsiedlung ausgezeichnet wurden. Ein weiteres aktuelles Projekt ist ein Pflegeheim für demenzkranke Menschen in Rheinberg, welches ebenfalls in Passivhausbauweise errichtet wird.

 

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